Der Gustl und seine Mädls

Der Gustl und seine Mädls

Lange gesucht und endlich bei Linz gefunden – ein kleiner Stamm Bronzeputen aus Naturbrut und Freilandhaltung

„Du Steffi, wie findst du eigentlich Puten so…?“ fragte ich eines Tages unschuldig und ganz nebenbei.

„Hübsch is anders…“

Ja gut, das hätte auch besser laufen können, aber auch schlechter…

Aber wie wir wissen zählen die ja auch die inneren Werte und Puten können schon recht witzig sein wie ich finde.

Steffi kannte Puten bis jetzt allerdings nur aus Masthaltungen, also zeigte ich ihr einen Hof wo sie zwar nicht Freiland, aber mit viel Platz gehalten wurden.

Siehe da, jetzt fand Steffi sie auch witzig und aus einem „Hübsch ist anders“ wurde ein „Naja, wennst meinst“ – na also, geht doch.

Nach langen Recherchen in den unendlichen Weiten des Internets stand für mich fest, dass es Bronzeputen sein sollen – ursprünglich, robust, netter Charakter und mit derzeit lediglich 800 Exemplaren in Deutschland eine gefährdete alte Rasse.

Wer suchet der findet

Es verging fast ein Jahr, bis ich einen passenden und vorallem vertrauenswürdigen Züchter gefunden hatte, der Tiere abzugeben hatte.

Bronzeputen aus Naturbrut, Freilandhaltung, Puter und Puten blutsfremd und als Sahnehäubchen beschäftigte sich der gute Mann auch noch mit seinen Tieren.

Es lief wie geschmiert, weil ich auch noch der erste Interessent war, mir so den gesammten Stamm sichern konnte und das auch noch zu einem wirklich mehr als fairen Preis.

Nach der Pleite mit den Pfauenhennen, was Du hier nachlesen kannst, war das wirklich a super Gschicht und ich machte mich mit den 4 Neuen auf den Weg nach Hause.

Na jetzt schauma mal

Der Plan war die Bronzeputen mit den Pfauen zu vergesellschaften, wobei alles auf eigenen Theorien beruhte, denn das Internet lies mich erstmals im Stich.

Wieso noch niemand vor mir auf diese Idee kam weiß ich nicht, aber die Zeit wirds zeigen. Wir hoffen natürlich, dass es nicht daran liegt, dass die Idee einfach saudumm ist.

Naja, Abends in der Edermühle angekommen, waren die Puten in ihren Transportboxen schon am schlafen und liesen sich somit leicht neben die ebenfalls schon schlafenden Pfauen auf die Stangen setzen.

Bei Hühnern, Pfauen, Puten etc. ist das nachts recht witzig, denn man kann die Tiere quasi wie ne Weihnachtsdeko umsetzen wie man möchte – alle wie hypnotisiert.

Der Morgen danach

Auf das Schlimmste gefasst schauten wir mit den ersten Sonnenstrahlen zum Pfauenstall.

Alle Puten und Pfaue saßen völlig enstpannt nebeneinander auf der langen Sitzstange in Form eines Lärchenstammes – ein Traum.

Tagsüber schauten wir alle 2 Stunden nach der bunten Truppe, denn so ne relaxte Stimmung kann ja auch einfach mal kippen und ins Gegenteil umschlagen.

Alles lief glatt und es war einfach leiwand den anscheinend ungewöhnlichen Pfauen-Putenmix zu beobachten.

Ja bist du deppert!

Bei der Namensgebung von Tieren die auch ihre Pension in der Edermühle verbringen werden dürfen, haben Steffi und ich ein ganz einfaches Prinzip: Wenn der Name zum Tier passt, dann bekommt es genau diesen Namen.

Jaja, ein grenzgeniales und höchst komplexes Konzept, das seines gleichen Sucht – ich weiß.

Naja auf jeden Fall sah der Puter wie ein Gustl aus und Steffi sah in den Puten ganz eindeutig Irmis.

Schon am 2ten Tag fraß Gustl zu unserer Begeisterung aus der Hand und dachte, dass er bei mir nicht so sanft wie bei Steffi sein müsste. Ja bist du deppert, der Kerl haut ind Hand nei, dass nur so kracht.

Völlig schizophren saß ich vor ihm und sagte abwechselnd „Au! Du Arsch!“ und „Ja, so ists fein“.

Naja die Welt ist ja meist gerecht und die Pfauen versuchten dafür wieder mal Steffis Finger zu verschlingen.

Time will tell…

Gustl und seine Irmis sind jetzt seit knapp einer Woche bei uns und es läuft soweit alles gut mit ihren Mitbewohnern den Pfauen.

Uns ist allerdings bewusst, dass das im Frühjahr auch nicht mehr der Fall sein kann – die lieben Hormone, die Hackordnung (Rangordung bei Vögeln) usw.

Für diesen Fall gibt es natürlich einen Plan B – nein nicht der Grill sondern einen Ausweichstall.

Naja jetzt schaun wir mal ob der erste Freigang in ca. 2 Wochen genauso gut wie die kleine Freiheit der Pfauen abläuft.

Bis jetzt sieht aber wie gesagt alles optimal aus und die Edermühle freut sich über ihre neuen Mitbewohner.

Apropos freuen: Gustl und seine 3 Irmis würden sich sehr über eine Patenschaft oder einen individuellen Futtersack von Dir freuen, oooooooder Du riskierst alles und fütterst Gustl den Puter selbst aus der Hand hier bei uns in der Edermühle.

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