Die kleine Freiheit der Pfauen

Die kleine Freiheit der Pfauen

Es ist soweit: nach fünfwöchigem Stallaufenthalt und der Kennenlernphase dürfen die Pfauen ins Freie.

„Ach komm, echt jetzt? Meinst wirklich?“

„Christian! Jetz reiß dich gfälligst zam! 4 Wochn hats gheißn und mia ham jetzat scho die sechste!“ schallte es mir von Steffi verständnisvoll entgegen.

Sie hatte ja recht, aber die Pfauen hatten nicht nur einiges an Geld gekostet, sondern waren uns auch schon richtig ans Herz gewachsen.

Als die 5 „Püppilies“, wie sie inzwischen grausamerweiße von uns genannte werden – als wenn wir direkt der Piefkesaga entsprungen wären – bei uns ankamen, hatten sie schon einen halben Herzkaschperl bekommen, wenn man nur an das Wort Mensch dachte. 6 Wochen später hüpften sie uns jetzt allerdings schon wie kleine prima Ballerinas entgegen, wenn wir „PfaU! PfaU!“ riefen.

„PfaU! PfaU!“ hört sich übrigens wie ein selten dämlicher Klingelton von Jamba an – ich denke wir werden ihn demnächst als SMS Klingelton zum download auf der Edermühle anbieten, denn beim crazy frog hats ja auch geklappt. Egal, zurück zum Thema.

Beim füttern aus der Hand mutieren diese possierlichen und wirklich liaben Viecherl allerdings zu erbarmungslosen Raubtieren – es wird teilweise versucht ganze Finger zu verschlingen.

Dass unsere Pfauen im Gegensatz zu unseren Enten richtig spitze Schnäbel, die einer Krampn (Spitzhake für unsere deutschen Freunde aus dem Norden) gleichen haben, ist ihnen nicht wirklich bewusst.

Sobald es Futter gibt wird gnadenlos drauf los gehakt als gäbs kein morgen mehr!

Ich persönlich glaube ja, dass wenn man sich beim Füttern eine kleine Wunde hinzufügen würde, alles außer Kontrolle geraten würde. Genau wie bei Piranhas, würde ein Tropfen Blut ausreichen um diese knallharten Killer schwarmweise auf sich zu ziehen. In einem regelrechten Blutrausch würde nichts mehr von einem übrig bleiben.

Steffi meint, dass das ein rechter Schmarrn ist, womit sie vermutlich Recht hat – weltweit konnte ich keine Vorfälle dieser Art finden.

Wie auch immer, es war also jetzt soweit unseren Pfauen die große Freiheit vor zu stellen.

Tür auf, Trommelwirbel und in Deckung gehen!

Ja gut. Da passierte jetzt nicht wirklich viel. Um genau zu sein passierte genau garnichts. Fünf völlig irritierte Pfauen starrten uns einfach nur an. Steffi und ich starrten zurück, weil wir uns ein Feuerwerk der Gefühle erwartet hatten.

5 Minuten starren macht nicht viel mehr Spass als es sich anhört, also lockten wir die 5 Püppilies (jaja, ich weiß…) mit ein paar Leckerlies und unserem Edermühlen Jambaspezialruf nach draußen.

Ja da schau her!

Nach und nach tippelten sie aus ihrem Stall dem frischen Gras und der Sonne entgegen nach draußen, um diese den restlichen Tag zu genießen.
Mehr als 1 Meter wurde sich aber nicht vom Stall entfehrnt – sicher ist sicher.

Das Training hatte sich gelohnt, denn am Abend kamen sie auf Zuruf brav zurück in den Stall – was will man mehr.

Eine Woche lang wiederholte sich das Spiel, allerdings erweiterte sich ihr Radius im Innehof Tag für Tag was Steffi und mich zunächst natürlich glücklich machte.

Ach du Scheiße!

So, die 5 Paradiesvögel waren jetzt eine Woche im Innehof unterwegs und allmählich glich dieser einem einzigen – entschuldige bitte vielmals, aber wega da Ausdrucksweise warats – Scheißhaufen.

Bist du deppert – die Vögel knallten uns den Innehof mit Haufen voll als gäbs kein Morgen. Also gut, die große und echte Freiheit wartete.

Natürlich machte ich mir wieder tausend Gedanken, während Steffi cool blieb…

Wie es dann weiterging, erfährst du im nächsten Blogeintrag – FREE PÜPPILIES (ja, ich weiß…) !

Nön Kolumne

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