Mahatma Gandhi

Christian Polito über „faul“ sein.

Jetz is des ja so, dass es Wichtigeres im Leben gibt, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen. Da brauchst jetzt gar nicht mit dem Kopf schütteln und meinen, dass ich mich für so schlau halt, weil des gar ned von mir stammt sondern ein Zitat von Mahatma Gandhi is und ja eh jeder weiß : mahatma Glück, mahatma Pech, Mahatma Gandhi. Ja, grad aufm Land wird da schnell mal „Fauler Hund!“ plärrt – nur was heißt „faul“ eigentlich?!

In der Internet-Enzyklopädie Wikipedia steht dazu: „Als Faulheit (abmildernd auch Trägheit genannt) wird der Mangel an erwartbarer Aktivität bei einem Menschen bezeichnet. Der Begriff wird zur Beschreibung und Bewertung von Anstrengungsvermeidern genutzt (genauer: von Menschen, welche aus der Sicht des Sprechers bzw. Schreibers ihrer gesellschaftlich auferlegten Arbeit nicht bzw. nicht mit hinreichendem Fleiß nachgehen).“

Faul oder träg, Wurscht!

Des darfst bei uns!

Übernachtung

Du Spezi, ich lass mir – mit Ausnahme vom bestehenden gesetzlichen Rahmen – nix von „der Gesellschaft“ auferlegen und schon gleich zweimal ned lass ich von „der Gesellschaft“ entscheiden, welcher Fleiß für mich und mein Leben ausreichend is und welcher ned. Und überhaupt, was glaubst denn du eigentlich, wo wir heute stehen würden, wenn eine gewisse Faulheit nicht in jedem von uns stecken würde?

Mit Planwagen und Brieftauben würd ma uns neben diversen anderen unbequemen Dingen rumschlagen, die das Leben erleichtern – sprich uns eigentlich die Freiheit geben, auch mal „faul“ zu sein. Stell dir mal vor, der Benz Carl hätt am 29. Jänner 1886 zu seiner Freundin und späteren Frau gsagt „Na, du Bertha, des geht ned, dass ma des Automobil zum Patent anmelden. Am End denkt der Rumminger Alois vom Nachbardorf noch, mir san faule Hund, wenn ma uns nimma mitm Planwagen umernand plagen.“ „Ja ze fix no amoi, was wüst denn jetzt überhaupt!“, fragt sich der ein oder andere. I will, dasd dir eingestehst, dasd als Mensch auch einfach mal nix wollen darfst, verstehst. Wurscht.

Abschließend kann man sagen, dass die Welt genug für jedermanns Bedürfnisse hat, aber nicht für jedermanns Gier – wegam Mahatma Gandhi warats gwesen…

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Christian Polito
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