Der dicke Bertl

Ur süüüß

Christian Polito über den dicken Bertl.

Jetzt is des ja so, dass uns die Carina im Frühjahr eine Hasenmutter samt sieben Jungen gschenkt hat. Ich weiß, jetzt wird Dir dein „mei, ur süüüß…“ glei im Hals stecken bleiben, wenn ich dir den Grund dafür sag. Die Carina macht den weltbesten Hasenbraten in Biersauce den ich je gegessen hab. Ja gut es war mein erster Hasenbraten überhaupt, aber ich weiß schon recht genau, wenn sich wer eine Haube in der Küche verdient hat – meine Figur sollte als Referenz genügen.

Wurscht.

Jedenfalls haben wir die Hasen im Freien aufgezogen – ja, einige Dorfbewohner stehen schon wieder fast mit Fackeln und Mistgabeln ob der frei lebenden Tiere vor der Edermühle, aber als wenn des das erstes Wild wär, über das drüber gfezt wird, weil mans mal wieder eilig hat.

Es wurde trotzdem keiner überfahren – danke an alle – aber dafür gfressen. Nein nicht von mir, sondern vom Fuchs.

Irgendwann machts einen rießen Schnalzer und er is platzt der Gfraster.

Die Hasenmutter Namens Carina und ihr Sohn Bertl haben jetzt fast ein Jahr in freier Wildbahn überlebt. Ob Bertl ein Rammler, also ein männlicher Hase is, wissen wir nicht mal, aber das Tier schaut aus wie ein Bertl und in Zeiten von hundert und eins Geschlechtern is eh scho wurscht, verstehst.

Der „dicke“ Bertl wie er auch liebevoll genannt wird, wär jetzt eigentlich schlachtreif gwesen.

Soweit so gut, blöd nur, dass Stefffi und ich uns in ihn verguckt haben. Das ist jetzt nicht nur blöd, weil „verguckt“ so unangenehm deutsch klingt und unsere speziellen Fans schon eine Zoophilie wittern, die sie den Behörden melden können, nein, sondern weil sich mein Hasenbraten in Biersauce a la Carina – also der Carina die so gut kocht und nicht der Hasenmutter, ich weiß jetzt wirds kompliziert-  in Luft aufglöst hat.

Aber mei was willst machen, wenn der dicke Bertl gar so lieb drein schaut und so nett um die Edermühle herumhoppelt?

Ja freilich werden sich die Leut wieder ihren Teil denken, aber des hams auch schon bei der Idee Hasen frei umernand laufen zu lassen.

Also is eh schon wurscht und der dicke Bertl darf leben – wegam ur süüüß warats gwesen…

Nön Kolumne

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