Christian und seine Mama Petra

Marathon

Christian Polito über Negatives und Positives.

Jetz is des ja so, dass es nix Negatives gibt, wo nicht auch was Positives is.

Den Spruch hat mei Mama immer gsagt, als’s noch glebt hat und spätestens als’s gstorben is, hab ich das für einen rechten Schmarrn ghalten. Aber selbst ihr Tod, so traumatisch das auch für alle war, hat uns das Leben durch ganz andere Augen sehen lassen und Steffi und mich letztendlich in die Edermühle gführt.

Tja und jetzt stehen wir da und haben eine Pandemie und die Anfänge einer Weltwirtschaftskrise – was soll da bitte positiv sein?! Abgesehen davon, dass sich manche Dinge erst viel später Zeigen, sind kleine Ansätze schon jetzt erkennbar.

Wer hätte zum Beispiel geglaubt, dass es gar keine Dauerparty in der sozialen Hängematte is, wennst keine Arbeit und kaum Geld hast – ja entschuldige, nicht wenige haben sich da die letzten Jahre doch ziemlich aufhetzen lassen von unserer wachstumswahnbefallenen Leistungsträgergesellschaft.

So, da hätten wir also schon ein mal ein positives Empathiewachstum gegenüber Arbeitslosen. Wie viele Leut‘, inklusive unserer Umwelt, wären froh, wenn es mehr Homeoffice gäbe – geht nicht, zu komplex, zu schwierig, kaum umsetzbar hats immer gheißen. Und jetzt atmet die Umwelt gerade mächtig auf, weil wir uns nicht mehr gegenseitig zuheucheln können, dass jeweils immer die anderen Schuld daran sind, dass unserer Erde vor die Hunde geht.

Wir müssen uns jetzt auch noch gar nicht alle selbst bedauern, dass das alles so schrecklich ist in Quarantäne, weil man bei einem Marathon ja auch nicht nach 500 Metern schon zum sudern anfängt.

Nicht, das’d mich jetzt missverstehst – von der vor gefühlt 100 Jahren angekündigten Soforthilfe für Kleinunternehmer und EPUs hat die Edermühle noch genau 0, in Worten NULL Cent gesehen und auch mein Chef hat das Budget für Schreiberlinge wie mich gekürzt bekommen.

Steffi und ich sind also im Moment auch an einem zensierten Teil unseres Körpers. Wurscht.

Wohin die Reise geht wissen wir selbst noch nicht, aber aufgeben ist nach 500 Metern einfach keine Option, verstehst!

Ein Schritt nach dem anderen ist die Devise und deswegen wird die nächste Kolumne auch wieder lustig – wega den positiven Dingen warats gwesen…

Gefällt Dir der Beitrag? Unterstützung für kreatives Schreiben.

Volksbank Salzburg
Christian Polito
AT174501000072062375
VBOEATWWSAL

Eine Idee zu “Marathon

  1. Pingback: Der Anstand - Post aus der Edermühle

Kommentare sind geschlossen.