Ich glaub es ist ein Piccolo

Ich glaub es ist ein Piccolo

Nur mal anschauen – ha ha ha

Eines Tages gab es einen Aushang beim Unimarkt in Weitra (für unsere deutschen Freunde – das ist sowas wie ein Tengelmann) auf dem Mischlingswelpen zu vergeben waren.

Das zu Hause der Kleinen die, wie sollte es bei Hundewelpen auch anders sein, verdammt niedlich aussahen, war nur 15 Minuten von der Edermühle entfernt und so vereinbarten wir nach einem kurzen Telefonat einen Besuch für den nächsten Tag.

Nur schauen nicht kaufen – das hatten wir doch schon mal oder?!

Am Hof des Hundebesitzers angekommen begrüßte uns sogleich eine aufgeschlossene Hundemama mit ihren 7 Welpen mehr als überschwenglich.

„Ja, wir hätten da ein paar Fragen, gell Steffi – äh Steffi?!“

„Ja so ein Feiner, ja und du auch! Ja so ein kleines Bäuchlein und so hübsche Ohren! Gutschigutschigu!“

Steffi war im Welpenrudel verschwunden und ich sah nur noch Umrisse von ihr und wedelnden Schwänzen.

„Welchen nehmts denn“ kam es sogleich vom Besitzer.

Ok, es war jetzt nicht mehr so einfach den Mann davon zu überzeugen, dass noch nichts entschieden war und es zuerst noch ettliche Fragen zu klären gab.

Du, ich bräucht bitte an Mixer und Staubsauger

Nachdem Steffi keine 5 Minuten brauchte um aus 7 Welpen den Richtigen zu finden hatte ich eine Frageliste ab zu arbeiten und für mich sahen die Welpen im ersten Moment eh alle wie aus Marzipan und zum reinbeißen aus – einer süßer als der andere.

Um es vorweg zu nehmen – Hunde suchen sich genau wie Katzen ihren Besitzer aus und nicht anders herum.

Ich fragte den guten Mann regelrechte Löcher in den Bauch, wir besuchten den Hof mehr als 3 mal und als großes Finale bat ich um einen Mixer sowie Staubsauger, um zu sehen wie die kleinen auf alltägliche Geräusche im Haushalt reagieren würde. Mixer und Staubsauger befanden sich ebenfalls in unserem Auto, für den Fall dass ein unglaubwürdiges „des hab ich nicht“ gekommen wäre.

Wie Du siehst machten wir uns die Entscheidung allles andere als leicht.

Christian die Waage

So, nun bin ich Waage und ob man nun an Sternzeichen glaubt oder nicht, ich wäge Vor- und Nachteile entsprechend sorgfälltig ab.

Vorteile:

  • Hund lebt auf einem Hof mit Schafen, Katzen und Hendln
  • Hund macht einen sehr stabilen und gesunden Eindruck
  • Hund kostet nicht soviel wie eine Kuh und frisst bei seiner überschaubaren Größe auch keine selbige pro Monat
    Nachteile:
  • Wir unterstützen das personifizierte Böse
  • Der Vater ist ein Deutscher Terrierer, also ein Jagdhund. Jagdhund?! Leider nein, leider gaaaarnicht.
  • Wir haben die Hühner noch nie gesehen, mit denen die Hunde angeblich zurecht kommen

Das Zeichen

Da der zukünftige Hund mit den Tieren der Edermühle zurecht kommen muss, wäre eine ausgeprägter Jagdsinn ganz einfach unmöglich.

Jetzt kann man das natürlich nie ganz ausschließen, aber es gibt eben Situationen wo es wahrscheinlicher ist und welche wo es weniger wahrscheinlich ist.

Wir befanden uns in einer klassischen Pattsituation – der Hundevater sprach dagegen, das zu Hause der Welpen und die Hundemama sprachen dafür.

Beim letzten Besuch vor Ort wollte ich dem Besitzer ein letztes mal auf den Zahn fühlen und ihm die alles entscheidende Frage stellen „wo sind denn die angeblichen Hühner auf Deinem Hof?“

Wir betraten den Innhof, wo Hundemama samt Welpen und einer 8 köpfigen Hühnerschar friedlich nebeneinander herumwuselnd auf uns warteten.

Es fehlte nur noch etwas theatralische Kirchenmusik und so ein Lichtstrahl von Oben und es wäre ein Film daraus geworden.

„Ja und wie nennen wir ihn jetzt?“ fragte ich Steffi, die mich völlig überrascht, aber überglücklich ansah – sie hatte das ganze aufgrund meines Frage- und Abwägungsmarathons schon fast abgehakt.

Wie Du aus der Überschrift erkennen kannst lebt jetzt der kleine Piccolo mit uns in der Edermühle und wir haben mit seiner Erziehung alle Hände voll zu tun.

Bis jetzt sieht es auch verdammt danach aus, als ob er und all unsere anderen Mitbewohner sehr gut miteinander auskommen würden und auch die Tierarztbesuche verliefen ausgezeichnet.

Wir hoffen das beste und freuen uns, dass der kleine Clown bei uns ist.

Nön Kolumne

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