Höhen & Tiefen

Höhen & Tiefen

Christian Polito über 2018.

Jetzt is des Jahr dann auch wieder rum, und je älter ich werd, desto kürzer erscheint mir ein eben solches. Es gab Höhen, wie die Eröffnung unseres Hofladens und die ersten Schülergruppen, und auch Tiefen wie unser vom Fuchs und Habicht geschlagenes Geflügel sowie zwei Spitalaufenthalte – gleichberechtigt zwischen Steffi und mir aufgeteilt.

Apropos – wir sind da am Land mit der Gleichberechtigung ja angeblich ganz weit hinten. Emanzipation gibt’s nur in der Stadt – weißt eh, Frauenquoten aufgrund „unbereinigter“ Gender-Pay-Gaps von 27%, die real wie von Zauberhand auf 2% schmelzen. Dass abgesehen davon bei uns auf’m Land, auch wenn der Eine oder Andere es nicht zugeben möchte, öfter mal die Frau die Hosen an hat, bekommen manche Stadtfeministinnen und solche, die es werden wollen, gar nicht mit. Ja was glaubst denn du? Dass sich so ein Hof von allein schmeißt? Da ist mindestens Teamwork gfragt, und des geht nur auf Augenhöhe, verstehst. Wurscht.

Jedenfalls stehen bei uns aufm Land Frauen nicht nur am Hof ihren Mann, sondern zeigen den feministischen Kolleginnen in der Stadt auch anderweitig wirkliche Gleichberechtigung im Berufsleben. In 32 Jahren Stadt hab ich nicht einmal eine Rauchfangkehrerin gesehen – dazu musste ich erst ins Waldviertel ziehen. Ich war so überrascht, dass ich die Alex peinlicherweise als Schornsteinfegerin titulierte – hat nur noch gfehlt, dass ich ihr sag, dass ich das alles voll knorke finde.

Wenigstens hab ich sie nicht gfragt, ob ich an ihren Knöpfen drehen darf. Bevors dich jetzt vor Lachen zerreißt oder dir ein metoo im Hals stecken bleibt: Die goldenen Knöpfe am Gwand sind gmeint und das bringt Glück!

Wega einem vor allem gsunden 2019 für alle warats gwesen…

Nön Kolumne

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