Hendl in der Edermühle

Fuchs du hast die Gans gestohlen

Gänse gibt es (noch) nicht in der Edermühle, aber Hühner – und Füchse leider auch…

Also bis jetzt lief alles leiwand mit unserem Geflügel, tja bis zu jenem Tag im Spätsommer…

Nachts kommt ja all unser Geflügel in den Stall bzw. in ihre Ställe – jeder Stall für sich ein Fort Knox des Waldviertels, sprich Marder-, Ratten- und vor allem Fuchssicher.

Denn Nachts ist ja die Zeit, wo diese eigentlich menschenscheuen „Räuber“ auf Beutefang sind – dachten wir zumindest.

Es ist so gegen 12 Uhr Mittags als ich im Büro durch hysterisches Gackern aus der Arbeit gerissen werde und sofort zum Schlafzimmerfenster renne, weil man von dort aus den besten Blick auf den Hühnerstall und die Wiese hat, wo sich unsere Damen und Herr Moritz tummeln.

Als ich aus dem Fenster schaue traue ich meinen Augen nicht – da sitzt doch tatsächlich ein Fuchs direkt vorm Hühnerstall wo Jutta und ihre Jungen sich aufhalten und starrt in den Hühnerstall als wenn es ein Drive-In wäre in dem es Chicken Mc Nuggets for free gibt!

Mein Puls schnellt auf 180 und mir schießen 1000 Gedanken durch den Kopf! Wo ist das verdammte iPhone, das ist ein Wahnsinns Foto für die Homepage! Reiß dich zamm Christian – du musst die Hühner verteidigen! Ich überlege ob ich mit Anlauf durchs geschlossene Fenster springen soll, während ich in Zeitlupe „DAS IST SPARTAAAAAA“ schreie, verwerfe den Gedanken aber wieder, weil das glaub ich scheiße weh tut.

Ich könnte was nach ihm werfen! Ja genau! Ein kurzer Check der zur Verfügung stehenden Mittel ist allerdings ernüchternd. Weder Steffis Schminktisch, noch unser Kleiderschrank gibt auch nur annähernd etwas her, was einen Fuchs beeindrucken könnte und das iPhone ist immer noch nicht aufgetaucht!

Kurz bevor ich doch den Sprung aus dem Fenster wage entscheide ich mich kurzfristig lieber für eine eher traditionelle Art aus meiner Heimat! Ich reiße das Fenster auf und der Bayer in mir übernimmt. „Hey! H E Y ! Du Oaschloch du bleds! Schleich di! Wenn i di dawisch, dann zünd i dia oane aufi des nur so kracht Spetzi! I reiß dia a zwoats Oaschloch nei wenns sein muss! Host mi!!!!

Der Fuchs starrt mich völlig entgeistert an, bemerkt aber die Ernsthaftigkeit meiner gepflegten Wortwahl und huscht ins Gebüsch hinter dem Hühnerstall.

Völlig in Rage renne ich die Stiegen nach unten, schnappe mir im Innenhof doch tatsächlich völlig klischeehaft eine Mistgabel und renne nach draußen!

Warum eine Mistgabel?! Ich habe keine Ahnung! Wer weiß wie ein Fuchs so drauf ist der darauf steht einen auf High Noon zu machen!

Ha! Der Fuchs hat sich tatsächlich eingschissen und ist weg! Kurz bevor ich mir adrenalinbedingt mein Hemd vom Leib reißen, die Mistgabel theatralisch in unseren Grund und Boden rammen und endlich „DAS IST SPARTAAAAAA“ rufen will, erscheint Steffi am Fenster und reißt mich mit einem unbeeindruckten „Was schreist denn da so rum?“ aus meinem Film.

Als ich Steffi erkläre, was passiert ist kommt ein ganz nüchternes „Den erschieß ma – die Sau die blöde!“ und ich muss ihr beruhigend erklären, warum wir das nicht tun und sie sieht das auch ziemlich schnell ein.

Abgesehen davon, dass der Fuchs wirklich faszinierend aussah und man natürlich nicht einfach Wild nach Lust und Laune schießen darf, wollen wir uns hier ja mit der Natur arrangieren soweit das geht.

Also was tun? Anruf beim Jäger, ob er eine Falle stellen kann verlief negativ, da Füchse einfach schlau sind – wer hätte das gedacht. Ja es gibt Fuchsfallen und ja, damit werden auch Füchse gefangen, aber man kann auch Lotto spielen.

Fuchsspray? Die Bewertungen dafür sind mehr als ernüchternd…

Wir warteten einfach ab und erwischten den Fuchs noch 2 weitere Male BEVOR er zuschlagen konnte – auch Steffi kann herlich auf byerisch fluchen.

So leid es uns tut, aber zu guter letzt kam uns der Jäger zu Hilfe und löste das Problem auf seine Art.

Die Alternative wäre all unser Geflügel ein zu sperren – abgesehen vom Kostenfaktor wollen wir unseren Mitbewohnern das nicht antun.

Wir könnten wirklich damit leben, wenn sich der Fuchs ab und zu ein Huhn holt, denn so ist das Leben, aber das Problem ist, dass Füchse alles töten was sich bewegt, wenn sie im Jagdrausch sind.

Jedes mal ein Blutbad und einen komplett neuen Bestand auf zu bauen geht einfach nicht.

Der Fuchs muss woanders jagen und wir denken über einen Hund nach…

Nön Kolumne

Wöchentliche Post aus der Edermühle per Email abonnieren
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Geflügel und getaggt mit .

2 Idee über “Fuchs du hast die Gans gestohlen

  1. Pingback: Die Jutta zappelt im Bach - Post aus der Edermühle

  2. Pingback: Der Tod kommt von oben - Edermühle im Waldviertel

Kommentare sind geschlossen.