Trude

Die Raptoren und der Städter

Alektorophobie – ja geh leck mich doch, des gibt’s wirklich!

Hoher Besuch

Es war endlich soweit! Mein BFF hatte sich mal wieder angekündigt. BFF heißt Best Friend Forever und man postet am besten noch eines dieser modernen Einhörner dazu. Was sich jetzt dermaßen doppelschwul anhört hieß früher einfach „mei bester Spetzl“, aber ma versucht ja mit da Zeit zu gehn.

Bevor jetzt wieder ein Genderfeministenaktivistensondereinsatzsitzkreis (gell, da musst 2 mal lesen) zum weinen anfängt, erneut der Hinweis – mia ham nix gegen die gleichgeschlechtliche Liebe, aber unsere schwulen und lesbischen Freunde verstehn auch mal an Spass und des is auch gut so. ‚S Leben is scho ernst genug.

Ach ja, Einhörner sind auch ganz in Ordnung.

Zurück zum Thema – mein BFF, ze fix drauf gschissn, mei bester Spetzl wollte also mal wieder in der Edermühle vorbei schaun.

Ich freute mich besonders, weil wir endlich unsere ersten Hühner hatten! Jaja, Columbo, die Gschicht is scho länger her.

Wir waren sehr stolz auf unsere lustigen Mitbewohner und freuten uns über die Reaktion, die allerdings etwas anders ausfallen sollte als gedacht.

Die Hühner

Wir hatten nicht nur Hühner, nein die putzigen Viechal hatten was witzig narrisches – anstatt, wie allgemein üblich, weg zu laufen wenn Leute auf den Hof kommen, hamms ne Art Flashmob gmacht der wie folgt ablief:

Schritt 1: Besucher kommt, alle starren ihn intensiv an und fixieren ihn.

Schritt 2: Besucher weiter fixieren und sich in der Gruppe unbemerkt langsam zusammenrotten.

Schritt 3: Besucher noch intensiver fixieren und in der geschlossenen Gruppe einen ersten beiläufigen Schritt in Richtung Besucher machen.

Schritt 4: Sobald sich der Besucher auch nur einen Schritt bewegt geschlossen und unter Kampfgeschrei mit Vollgas auf ihn zurennen. Attacke!

Wennst Hendln magst und lustig findest is des Ganze a fetzn Gaudi, weil die wolln ja eh grad spieln – wennst unter Alektorophobie (Angst vor Hühnern und allem was dem ähnlich schaut) leidest, dann ist’s keine Gaudi.

Freud und Leid liegen eng beieinander

Als Gerhardt F. (Name von der Redaktion nicht verändert sondern nur umgedreht) die Edermühle erreichte, kam es wie es kommen musste.
Nach einer herzlichen Begrüßung wollte Christian P. (des bin ich) seine neuen Mitbewohner vorstellen und ahnte nichts von der Alektorophobie von Gerhardt F.

Als die Hühnerscharr Blickkontakt aufgenommen hatte war bereits alles zu spät.

Wie von Sinnen stürmten himmelhochjauchzend 15 Hennen und ein Hahn auf Gerhardt F. zu – pure Freude in den Augen des Geflügels, panische Angst in den Augen des Herrn F.

Christian P. scherzte noch mit den Worten „Hey, Du simulierst doch“ und erkannte den Ernst der Lage nicht.

Die Situation spitzte sich dann allerdings dramatisch zu, als Herr F. das dümmste tat was man in solch einer Situation tun konnte – er fing an zu laufen, was natürlich unweigerlich den Jagdinstinkt der Raptoren, äh Hendln weckte.

Eine Horde von 15 Hühnern + 1 Hahn verfolgte in einen affentempo den unbescholtenen und völlig hilflosen Städter über die Wiesen des Lainsitztals.

Todesmutig warf sich Christian P. jedoch in einem passenden Moment zwischen Jäger und Gejagtem und konnte dadurch Schlimmeres verhindern.

Na immer hin

Es war zwar dennoch eine lustige Woche für alle Beteiligten, mei Spetzl hatte die Jagd auf ihn schneller verdaut als gedacht, aber eine enge Freundschaft zwischen ihm und den Hühnern war wohl nicht mehr zu erwarten.

Immerhin schaffte er es, sich irgendwie frei auf dem Areal der Edermühle zu bewegen und durch vorgetäuschtes Desinteresse keine Aufmerksamkeit des Geflügels auf sich zu ziehen.

Vor seiner Abreise streichelte er sogar unsere Erna nachdem ich ihm versicherte, dass sie auf meinem Schoß bleiben und ich jeglichen Angriffsversuch unter Einsatz meines Lebens verhindern würde.

Er kommt uns übrigens trotz der Pfauen und Enten immer noch gerne besuchen – die sehr kontaktfreudigen Puten die für ihn wahrscheinlich wie Mutantenhühner aussehen, hat er allerdings noch nicht kennen gelernt.

Ich überlege gerade wie ich unserem 15 kg schweren Puter Gustl, der keiner Fliege was zu leiden tun kann (ja gut er frisst sie) bei dem Kommando „Fass!“ eine Scheinattacke antrainieren kann.

To be continued…

Gefällt Dir der Beitrag? Unterstützung für kreatives Schreiben.

Volksbank Salzburg
Christian Polito
AT174501000072062375
VBOEATWWSAL

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Geflügel und getaggt mit .