Pfauenhennen

Die große Freiheit der Pfauen

Was werden unsere Pfauen machen, wenn wir ihnen die Freiheit des Waldviertels zu Füßen legen?

Schöne Scheiße…

Also es war ja schon mehr als nett 5 Pfauen im Innehof zu haben. Ich war kurz davor Steffi und mir jeweils ein Feigenblatt zu verpassen, damit das Adam und Eva Paradise-Feeling noch mehr greift.

So schön das auch war, aber die nicht enden wollenden Tretminen der 5 gingen einfach gar nicht.

Es war also der Tag gekommen den Pfauen endgültig die große Freiheit vor zu stellen und zu hoffen, dass sie wie all das andere Geflügel in der Edermühle bleiben würden – freiwillig.

Genau wie am ersten Tag als sie aus dem Stall kamen, mussten wir auch hier mit Leckerlies und Pfauenruf nachhelfen, damit sich die 5 aus dem Innenhof nach draußen trauen.

Genau wie am ersten Tag als sie aus dem Stall kamen, wurde sich auch hier maximal 1 Meter von der Tür bewegt.

Genau wie am ersten Tag als sie aus dem Stall kamen, kamen sie Abends auch wieder auf Zuruf in den Stall.

Alles nach Plan oder?

Die Pfauen kamen also fix (zuverlässig – frei übersetzt) in den Stall zurück.

Naja nicht ganz, denn am zweiten Tag standen da nur noch 3 von 5 Pfauen. Von einem Hahn und der einzigen Henne fehlte jede Spur.

Schweißausbrüche und Verzweiflung auf meiner Seite, gewohnte Ruhe und Gelassenheit auf Steffis Seite.

Jetzt mal ganz ehrlich – Fuck! Alles lief nach Plan und aus heiterem Himmel fehlten 2 Pfauen! Wie vom Erdboden verschluckt! Nach kurzer Rücksprache mit Steffen, einem sehr gutem Freund, war es vermutlich nicht der Erdboden, sondern der Fuchs. „Boa Fuchs du Arsch!“war mein erster und wahnsinnig erwachsener Gedanke an das ja eigentlich wunderschöne Tier, das vermutlich mit vollem Bauch in seinem Bau lag.

Durch Steffis positiven Einfluss weiß ich inzwischen, dass man die Zeit eh nicht zurückdrehen kann, also schmiss ich den Griller an und bruzelte 4 Käskreiner (zu deutsch: 2 Paar Grillwürste mit Käsefüllung). Käskrainer und Die Sauce sind ne echte Killercombi, aber ich will hier ja keine Werbung machen.

Quietschende Reifen!

Als Steffi und ich da so beim jausen saßen quietschten auf einmal Reifen und ein Auto hupte wie verrückt. Captain Obvious, also meine Wenigkeit, schoß ein aufgeregtes „Des sans!“ aus der Hüfte.

Stirnlampe, die Du übrigens hier bekommst (jaja, verdammte Crosspromotion, is scho recht), aufgesetzt und raus auf die Straße!
Tatsächlich 2 Pfauen, aufgedreht wie auf Koks tippelten durch die Nacht und wussten nur noch, dass hier irgendwo der Stall sein musste.
Realtiv einfach ließen sie sich in den Innenhof locken, wo der Hahn auch gleich in den sicheren Stall flüchtete.

Fr. Bauer!!!

So jetzt hatten wir es fast 22 Uhr und 2 anhängliche Kätzchen, sowie eine verängstigte Pfauenhenne im Innenhof.

Jedes mal, wenn die Henne Anstalten machte in den Stall zu gehen, huschten entweder Fr. Fischer oder Fr. Bauer vor den Eingang.

Die Kätzchen fandens lustig, the hen was not amused…

Beim dritten missglückten Anlauf platzte mir der Kragen und mir entsprang versehentlich ein lautes „MANN! FR. BAUER! NEIN!“.

Ich selten dämliches Rindvieh! Was glaubte ich eigentlich? Das Fr. Bauer mir ein gechilltes „Jaja, is scho recht Oida, i lass ja jetzt eh sein und schleich mi…“ erwiederte oder die gestresste Henne „Man, ok wenns di gar so stresst dann geh i halt jetz in Stall…“ sagte?

Die Henne auf dem Dach…

Die Katze schaute mich erwartungsvoll an und die Henne flog erschrocken aufs Stalldach – perfekt.

Rien ne vas plus, nichts geht mehr, die Henne gewinnt.

Naja ich schaute noch eine kleine Ewigkeit blöd aufs Dach als ob da was zu holen gäb und bildete mir tatsächlich ein, dass es durch fluchen besser wird nur um 1 Stunde später ein „Ja, hast eh recht ghabt, des bringt heut nix mehr“ in Richtung Steffi zu murmeln.

Ende gut alles gut

Am nächsten Morgen wartete die Pfauenhenne bereits im Innenhof auf die Pfauenhähne und alle marschierten wieder in die Freiheit.

Bis auf 2 Tage wo die Pfauenhenne partout kein Lust hatte den Stall zu verlassen läuft alles wunderbar.

Die Pfauen fliegen uns morgens aus dem Stall entgegen, traben mit uns zur Tür in die Freiheit und erkunden die Gegend.

Mal gibt es ein Sonnenbad direkt am Haus, mal wird geschaut was die Kune Kune Schweine so treiben.

Am späten Nachmittag wird in Richtung Edermühle geflogen um dem Abendessen im Stall entgegen zu fiebern.

Ein Traum – freie Pfauen, die Abends freiwillig wieder kommen um sicher im Stall schlafen.

Es läuft wie geplant – bis jetzt zumindest…

Nön Kolumne

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