Darfs auch a bissal mehr sein?

Die Barbarie Enten

Darfs auch a bissal mehr sein?

Die falschen Enten!

Jetzt hatten wir also Lisa und Kalli sowie die Pekingenten Gang – so weit so gut.

Lisa und Kalli waren nicht zum züchten gedacht, sondern sollten einfach nur ihre Pension bei uns genießen.

Bis Steffi das Schlachtverbot für die Pekingenten Gang aussprach, sollten eigentlich alle Erpel, bis auf einen, geschlachtet werden und mit einem Erpel, sowie den Enten sollte gezüchtet werden.

Nach und nach stellte sich allerdings heraus, dass Pekingenten so gut wie keinen Bruttrieb mehr besitzen, was eigentlich unglaublich ist.

Der Mensch hat es tatsächlich zu Stande gebracht diese Tiere so zu „optimieren“, dass sie sich nicht mehr natürlich fortpflanzen können – ähnlich wie bei Wachteln übrigens.

Da ein möglichst natürlicher Kreislauf selbstverständlich ein wichtiger Punkt der Edermühle sein soll, war das ein kleines Problem.

Die Lösung – Barbarie Enten, auch Warzenenten, Stummenten, Moschusenten, Türkenenten oder auch Flugenten genannt. Bestes Fleisch und noch so natürlich, dass sie sich von alleine vermehren.

Glück muss man haben!

Wenige Tage nach der Anschaffung unserer Pekingenten Gang und der entgültigen Entscheidung, weiteres Leben in die Edermühle zu holen, fanden wir ein Inserrat, keine Stunde von uns entfernt.

Ein kleiner Hof in Krems an der Donau, wo sich eine Hand voll Barbarieenten natürlich vermehrte. So soll es sein!

Die Küken waren gerade mal ein paar Tage älter als unsere Pekingenten Gang – gute Vorraussetzungen also, dass sich eine friedvolle Zusammenführung ausgehen würde.

Steffi musste leider arbeiten, also fuhr ich alleine los und versprach vorsichtig zu fahren, sowie mit 3-4 Barbarieenten zurück zu kommen.

In Krems an der Donau angekommen, zeigten mir die äußerst sympatischen Hofleute erst ein mal ihr zu Hause mit all seinen Bewohnern. Ziegen, eine alte Kuhrasse die jedes Jahr auf die Alm getrieben wird, Hühner, den Hofhund, Katzen und dann die Enten.

Es ist immer wieder schön auf Gleichgesinnte zu treffen, denn auch hier ging es um ein Gleichgewicht zwischen Natur und Mensch.

Überraschung?! Nicht wirklich.

Ich stand also da, vor diesen völlig entspannten Enten, die ihre ersten 2 Wochen auf einem Hof verbracht hatten, wie man ihn sich nur wünschen kann. 8 Stück waren es insgesammt und 3-4 davon wollte ich mitnehmen. Du weißt sowieso was jetzt kommt, aber ich schreibe es trotzdem. Ein Wort ergab das andere, ein Gedanke beflügelte den nächsten – „drauf gschissen, des passt ois“ dachte ich mir und war 10 Minuten später mit 8 Barbarieenten auf dem Weg nach Hause.

Zu meiner Verteidigung – man konnte bei so jungen Enten noch nicht genau sagen, wie viele Erpel dabei sind, welche wir letztendlich bis auf einen, maximal zwei, schlachten müssten und wie viele Enten dann zur Nachzucht und zum eierlegen übrig bleiben würden.

Und jetzt?!

Zurück in der Edermühle war Steffi nicht wirklich überrascht, dass ich mit 8 statt der eigentlich anvisierten 3-4 Enten zurück kam. Sie zeigte sich allerdings etwas besorgt darüber, dass die neuen Bewohner größer waren als die Pekingenten Gang – schon erstaunlich für Neulinge wie uns, was 1 Woche Altersunterschied bei Enten doch ausmacht.

Bis auf ein paar kleinere Reibereien ohne jegliche Verletzungen, ging aber zum Glück alles gut und 1 Woche später durften alle Küken zum ersten mal aus dem Innenhof und in der Lainsitz plantschen – ein Bild für Götter!

Tja und jetzt? Jetzt haben wir so wie es aussieht 6 Enten und lediglich 2 Erpel welche, genau wie die Pekingenten Gang, relativ handzahm sind und sich streicheln lassen.

Steffi ist schon wieder kurz davor ein Schlachtverbot verhängen zu wollen und ich versuche ihr zu erklären, dass wir nicht Gut Aiderbichl sind, auch wenn die Enten zugegebenermaßen schon sehr putzig sind.

Da die Entscheidung noch nicht gefallen ist, auch wenn mir der Gut Aiderbichl Gedanke gut gefällt, kannst du leider keine Patenschaft für die Barbarieenten der Edermühle übernehmen, aber über einen individuellen Futtersack würden sie sich bestimmt freuen.

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Christian Polito
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