Damit das hier kein Roman wird, versuche ich mich kurz zu fassen, was mit Sicherheit nicht funktionieren wird.


Der Christian

Wer schreibt und verkauft hier eigentlich?!

Das sind Steffi und Christian - Jahrgang 1979 und Jahrgang 1981.
Ja ja, die guten alten 80er und 90er - Zeiten die ihres gleichen suchen und wahrscheinlich der Grund sind warum wir tun, was wir tun.

Hier die Vorstellung von Christian:

Damit das hier kein Roman wird, versuche ich mich kurz zu fassen, was mit Sicherheit nicht funktionieren wird.

Ich bin ein Kind der 90er, was bedeutet, dass ich sehr behütet aufgewachsen bin. An politische und soziale Probleme kann ich mich nicht erinnern - ja gut da war dieser Mauerfall als ich 8 war, aber mit 9 waren „wir“ Weltmeister, was natürlich viel aufregender war.

So wuchs ich in einem damals ländlichen Raum auf, der sich Unterföhring nannte.
Ein paar Häuser, viele Felder, viele Wiesen zum spielen und als Highlight eine S-Bahn, die alle 40 Minuten in die Hauptstadt Bayerns fuhr sowie der Feringasee und die Isar.
Ok der Faschingsumzug einmal im Jahr war schon auch ziemlich genial - Traktoren auf der gesperrten Hauptstraße mit geschmückten Anhängern, die Süßigkeiten bis zum umfallen herum warfen.

Inzwischen ist Unterföhring die reichste Gemeinde Deutschlands. Die Felder und Wiesen wurden als Bauland gewidmet, haben einige Leute reicher und die Kinder ärmer gemacht. Es stehen jetzt tatsächlich Schilder auf den übergebliebenen 20% „Spielflächen“ die da lauten „Fussballspielen verboten!“. Der Feringasee und die Isar sind völlig überlaufen, grillen verboten und Mieten sind nicht mehr bezahlbar.

Mein Vater war ausgebildeter Fotograf und Kameramann beim BR.

Für den Fall, dass Du etwas jünger bist - Der BR (=Bayerische Rundfunk) war damals das RTL Supertalent, das Pro7 Popstars  und Rudi Carell war der Stefan Raab unserer Zeit.

Jedenfalls war ich „Die Fernsehwelt“ gewöhnt und bekam meinen ersten Fernsehauftritt mit 6 Jahren.
Ja, sogar freiwillig und mir machte dieser ganze Zirkus sogar richtig Spass. Daraus ergeben sich dann die nächsten 22 Jahre, inklusive schulischer Ausbildung und Nebenjobs.

Kurzfassung:

- Grundschule ein Spaziergang und positiv aufregend wie sonst noch was - Schauspielerei nebenbei
- Gymnasium - Schauspielerei nebenbei
- Austritt nach 10er Klasse trotz guter Noten und  somit „nur“ Realschulabschluss (nach der Meinung meiner Mitschüler, galt ich spätestens ab jetzt als „unnormal“)- Schauspielerei nebenbei
- Ausbildung zum Floristen - Schauspielerei nebenbei
- Offizielle Ausbildung zum Schauspieler - Hauptberuflich etwas machen was einem richtig viel Spass macht war und ist zwar ungewöhnlich, aber einen Versuch wert...
  Für ehemalige Mitschüler, „Schwiegereltern in spe“ und sogar einige enge Verwandte war ich jetzt schon eine gescheiterte Existenz
- Einige Jahre später eine Hauptrolle im „Marienhof“ und 3…2…1… Liebling aller Schwiegereltern und Verwandten…Ich hatte „es“ ja zu was gebracht…

Ok, kurzer Braincheck. Ich bin also immer noch ich. Ich werde aber wie selbstverständlich nicht über das definiert was oder wer ich bin, geschweige denn über das was denke und empfinde. Nein, man definiert mich einzig und allein darüber welchen Wert mir „der Markt“ auf  einmal gibt?!

"Geächtet" und "Gefeiert" - scheiß drauf

Mich fast ausschließlich über wirtschaftlichen Erfolg definieren soll also mein Leben sein - mein Gedankengang war auf den Punkt gebracht: Hey what about that - go and fuck yourself!
Entschuldige bitte meine Fäkalsprache, aber das kann doch wirklich nicht das Ende vom Lied sein oder?

Ich liebe meinen erlernten Beruf als Schauspieler wirklich wahnsinnig, aber ich verkaufe mich nicht dafür ( Bussi Bussi Parties etc) - sehr schlecht für meine Auftragslage, aber dafür gut für mich als Mensch.

Jetzt machen wir aber mal einen kleinen Zeitsprung nach vorne, sonst werden wir hier ja nie fertig.

Nur schaun, nicht kaufn - Unverhofft in eine VollsanierungIch hatte immer wahnsinnig viele Ideen die man geschäftlich hätte umsetzen können, so wie viele andere Menschen das wohl auch haben. Das sind diese Momente wo man denkt „Man könnte doch eigentlich…“ nur um dann 15 Minuten später den Fernseher ein zu schalten, danach schlafen zu gehen nur um dann am nächsten Tag genau so weiter zu machen wie bisher.

"Diesmal nicht…!",

dachte ich mir in einem dieser Momente und packte das Projekt einfach an!

Während dieses Projektes starb meine Mutter völlig unerwartet. Einfach so von heute auf morgen. Sie schlief ein und wachte einfach nicht mehr auf. Sie war mein Fels in der Brandung, der einzige Mensch auf der Welt der immer zu mir gestanden hatte und mir Mut für meine Vorhaben schenkte.
Rückblickend stand ich ca. 1 Jahr unter Schock und kompensierte alles mit Arbeit.

Durch eine Mischung aus Pech, unpassenden Partnern aber auch durch meine damalige Unerfahrenheit, scheiterte meine erste eigene Geschäftsidee leider knapp vor dem Ziel.
Durch viele Erfahrungen reicher startete ich trotzdem bzw. erst recht ein 2tes Projekt, das zwar erfolgreich war, aber für den Investor von heute mit Sicherheit nicht ein mal unter Peanuts fällt.

Was ist "es" eigentlich?

Irgendwann stellte ich meinen momentanen Lebensinhalt „ es“ zu schaffen stark in Frage.
Was war „es“ eigentlich und warum musste man „es“ unbedingt wollen?

Bis zu diesem Teil meines Lebens lernte ich Menschen kennen, die zwar Millionen auf dem Konto hatten, aber „es“ anscheinend immer noch nicht erreicht hatten.

Jedem das Seine, aber die eben erwähnten Menschen schienen dabei noch nicht ein mal glücklich zu sein - man glaubt das erst wenn man diese Menschen gesehen hat.

Da gab es Millionäre die einen Terminstress(!!!!!!) hatten!

Da gab es Multimillionäre die zu Meetings gingen auf die sie keine Lust hatten!

Mal ganz ehrlich - das macht doch einfach genau gar keinen Sinn?!

Wie auch immer - „höher, schneller, weiter“ ist kein „Muss“, ja nicht mal mehr eine Option für mich.

Ich beschloss also dieses hochgelobte und aus unerklärlichen Gründen vergötterte Hamsterrad in dem man „es“ ohne wenn und aber zu schaffen hat, in dieser Form einfach nicht mehr zu akzeptieren.

Das heißt im Übrigen nicht, dass ich nicht gewissenhaft, sorgfältig oder gar wenig arbeiten würde, ganz im Gegenteil.

Tja und was ist "es" jetzt eigentlich?

Das musst Du jetzt ganz philosophisch für Dich selbst herausfinden.
Vielleicht stellst Du ja unerwartet fest, dass Du „es“ schon längst hast ohne es bemerkt zu haben oder „es“ schon morgen haben könntest, wenn Du nur ein paar Kleinigkeiten änderst oder anders betrachtest.

Mach Dir das einfach mal richtig bewusst!

Nach dem Tod meiner Mami und der bitteren Feststellung, dass sich auch nach meinem Tod die Welt einfach so weiter drehen würde als wäre nichts geschehen, glaube ich einige Dinge verstanden und verinnerlicht zu haben.

Hier ein paar Zitate dazu:

Was du träumen kannst, kannst du auch realisieren!
Du hast nur ein Leben!
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden.
Leben, das ist das Allerseltenste in der Welt - die meisten Menschen existieren nur.
Was Du auch tust, auf keinen Fall darfst Du mit 65 aufwachen und darüber nachdenken, was Du versäumt hast.
Die größte Entscheidung Deines Lebens liegt darin, dass Du Dein Leben ändern kannst, indem Du Deine Geisteshaltung änderst.
Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben.
Es gibt Wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen.
Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern dass man nie beginnen wird, zu leben.    
Träume, als lebtest Du ewig - lebe, als stürbest Du heute.
Mit dem Leben ist es wie mit einem Theaterstück. Es kommt nicht darauf an, wie lang es ist, sondern wie bunt.
Am Ende gilt doch nur, was wir getan und gelebt - und nicht, was wir ersehnt haben.
Manche leben mit einer so erstaunlichen Routine, dass es schwerfällt zu glauben, sie lebten zum ersten Male.

Und auf ein mal begann das Abenteuer Leben!

Nach dieser schweren Sinnkriese war ich eines Tages mal wieder zu Besuch bei meinem sehr guten Freund Steffen in Sachsen Anhalt, durch den ich überhaupt erst erkannt habe, dass man auch vollkommen anders Leben kann.

Ich sah mir dort das erste mal ein paar abgelegene alte Häuser an, um überhaupt ein Gefühl dafür zu bekommen was es so gibt und welche Preise dafür aufgerufen werden - ein Gefühl für den Markt bekommen heißt das heute wohl.

Da gibt es intakte kleine Einfamilienhäuser mit schönem Garten, die günstiger sind als eine Tiefgarage in München - nein, nicht plakativ gesprochen sondern absurde Realität.

Wir saßen gemütlich auf seiner Terasse beim grillen, als plötzlich mein Handy klingelte.
Es war Steffi, eine ehemalige Schulkameradin meines älteren Bruders die ich das letzte mal vor 5 Jahren zufällig beim feiern getroffen hatte.
Sie rief mich eigentlich nur an, um mir mit zu teilen, das ein Link auf meiner Homepage nicht funktionierte - was zwar sehr nett aber auch sehr ungewöhnlich war.
Als wir dann so ins plaudern kamen, zeigte sich völlig überraschend, dass wir die Welt sehr ähnlich sahen und sie sich ebenfalls nach einem kleinen Häuschen im nirgendwo umschaute.

Ich war sofort fasziniert, dass eine junge Frau auf eigene Faust so etwas durchziehen möchte und wollte mich deswegen mit ihr treffen - ein Austausch unter Gleichgesinnten nicht mehr und nicht weniger.

Da das hier aber ja kein Roman werden soll und schon gar kein Liebesroman endet diese Geschichte jetzt relativ abrupt damit, dass wir 3 Monate später zusammen in eine Mietwohnung auf dem Land zogen und die Suche nach unserem zu Hause begann…


Steffi