Ahoi! Land unter in der Edermühle

Jetzt ist das ja so aufm Dorf, dass einen eh nicht jeder mögen kann, was natürlich völlig normal ist.

Immer wieder kommt einem zu Ohren, was hier und da so depperts über einen gred wird. Alles easy, weil, und da kann ich mich nur immer wieder wiederholen, uns des alles vollkommen wurscht is. Für die, die das bis heute ned verstehn gibts ein "Host mi!" obendrauf.

Weil ich aber ein netter Kerl bin und ja weiß, wie anstrengend das sein muss, nicht alles gleich zu wissen, kommt schon heute und ganz exklusiv in der NÖN der Klatsch und Tratsch von morgen. Na wenn das kein Service ist, dann weiß ich auch nicht.

Edermühle, Montag 28. 5. 2018.

Der Tag fängt super an.

Die Sonne scheint, fünf Küken aus Naturbrut erkunden die Welt, im Folientunnel wächst und gedeihts, Steffi und ich gehen weiter durch dick und dünn, ja gut ich durch dick und sie durch dünn, aber des Leben is schön - super Gschicht.

Dann ein Hagelgewitter. Es hört irgendwie nicht auf, und als es endlich aufhört, fängt es an zu Regnen. Bisher recht unspannend, aber der beste Teil für alle Ungusteln kommt ja jetzt: Ich schau ausm Büro und seh nur mehr die Hälfte der Schafweide. Steffi und ich sprinten raus. Auf dem Weg zur Weide sehen wir, wie Steffis liebvoll angelegter Folientunnel geflutet ist. Alles hin – naja immerhin steht der Tunnel noch.

Wir stehen keine zwei Minuten bei der Schafweide, um zu überlegen, was ma jetzt machen, da schwemmts unsere Brücke weg – naja, immerhin stand ma nicht drauf.

Der Versuch, die Schafe in die Edermühle zu evakuieren, scheitert kläglich – naja, aber immerhin gibts eine Anhöhe und keine Verletzten.

Die Schweineweide gleicht der Donau – naja, immerhin steht das Schweinehaus sicher auf einem Hügerl und den Schweinen gehts gut.

Das Entenhotel steht einsam auf einer Art Insel umgeben von der Donau, äh ich mein Lainsitz – naja, immerhin können die Enten schwimmen.

Die Hühner sind sicher im Stall, aber die Küken fehlen. Zwei Minuten später die traurige Gewissheit: Der Hagel war schneller und alle sind tot – naja, immerhin freuen sich die Katzen über den unerwarteten Snack.

Ich schau mir das ganze Desaster an und überlege ob der überschwemmten Weiden, ob es der richtige Zeitpunkt ist, mit Steffi über eine Wasserbüffelzucht zu reden, verwerfe die Idee aber wieder. Wir erleben in der Edermühle also gerade unsere erste Überschwemmung und eine Gaudi ists nicht, aber die Welt ist bis jetzt nicht untergegangen, sondern lediglich zwei Wiesen und eine Brücke. Gred wird natürlich trotzdem werden – naja, immerhin geht uns das an einem bestimmten Ort vorbei. Wega meinem Hintern warats gwesen…

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