Christian Polito über Probleme mit neuen Herausforderungen im Waldviertel.


Wir und die Kameruner

Ja wir sind die mit den Flüchtigen aus Kamerun. Na, ned die mit die Flüchtlingen aus Kamerun, sondern die mit den Flüchtigen aus Kamerun. Genau genommen handelt es sich um Einheimische mit Migrationshintergrund (ursprünglich kommen sie aus Westafrika, lebten aber schon seit mehreren Generationen in Bad Großpertholz).

Nein so wird das nix, also noch mal von vorn - unsere Kamerunschafe sind uns abgehaun, und weil jeder immer fragt, wie des geht - ganz einfach, ma muss beim ersten Mal nur a bissal fetzendeppert sein und schon geht des.

Wurscht.

Bevorst jetzt die Händ überm Kopf zammschlägst - aller Anfang is bekanntlich schwer und a Meister is a no ned vom Himmel gfalln. Wie auch immer, nach wochenlanger Großfahndung durch Anwohner und Polizei, sowie nützlichen Hinweisen aus der Bevölkerung ist es uns inzwischen gelungen, vier Ausreißer einzufangen.

Nein, das stimmt auch nicht, weil die haben sich selbst eingefangen - so ein umzäunter Gemüsegarten is halt schon was Feines. Blöd nur, wenn die Besitzerin dann einfach die Tür hinter einem zu macht.

Wie auch immer, wenn du irgendwo Kamerunschafe siehst, die uneingzäunt in der Gegend rum stehen, dann werdens die unsrigen sein. Bitte versuch sie nicht einzufangen, denn zu den natürlichen Fressfeinden der Kameruner gehören zum Beispiel auch Löwen. Und auch wenn du gut bist, bist halt einfach kein Löwe, verstehst.

Anfüttern ist eine Möglichkeit, wenn möglich in einem eingezäunten Gemüsegarten oder einem Schuppen, mehr kann man leider nicht versuchen.

Glaub mir, ich hatte schon die verrücktesten Ideen von Western- Pferden über Hütehunde, ja sogar an unser Bundesheer hab ich gedacht - jaja, jetzt lach du nur, aber was gibt es denn bitte für eine bessere Truppenübung, als ein bewegliches Ziel ausfindig und danach dingfest zu machen?

Lange Rede kurzer Sinn – von der Stadt aufs Land ist manchmal gar nicht so einfach, allerdings gibt es zum Glück wirklich sehr viele liebe und nette Menschen, die einem immer wieder ihre Hilfe anbieten. Dafür sind wir sehr dankbar.

"Des wird scho!", wie mia in Bayern sagen…

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