Yellowstone Pertholz

Die Diskussion übern Wolf im Waldviertel ist so wie ich wenn ich nackt bin: Man will gar nimma hinschauen, tuts aber trotzdem.

Da werden "Experten" und ganze Studien gefordert, um heraus zu finden, was mit der Population eines Wildtieres passiert, das sich aufgrund fehlender natürlicher Feinde ungehemmt vermehren kann. Wenns so weiter geht, brauchen die Leut Experten, um selbständig ein- und ausatmen zu können. Der fehlende Hausverstand vergleicht dann am liebsten gleich Bad Großpertholz mit dem Yellowstone Nationalpark – großes Kino.

Du Spetzi, ich hab Google News für dich - in Wyoming (96% der Fläche des Parks) werden Wölfe bejagt. Nein?- Doch!- Ohh!

In Bad Großpertholz, welches übrigens ein Hundertstel der Fläche von Wyoming hat – Google ist übrigens keine Verschwörung, sondern dein Freund – solls also ohne Jagd gehen, weil es in Wyoming mit Jagd geht – na bumm.

Derweil wird in Wien eine generelle Maulkorbpflicht für alle dann eh schon angeleinten Stadtwauzis gefordert und Hans Rauscher schreibt im Standard sogar von "einer latenten Gefahr, die bereits von jedem zahnlosen Dackel ausgeht". Der 7 kg schwere, domestizierte Nachfahre des Wolfes ist also einzeln, angeleint, und zahnlos in der Stadt "eine latente Gefahr", aber aufm Land ist das nicht zahn- aber dafür leinenlose Original mit 40 Kilo und im Rudel von fünf Tieren eh super – oida.

Getoppt wird diese bahnbrechende Logik dann noch, indem man einfach nicht aufhört, von Herdenschutzhunden zu reden, welche dann wiederum weniger gefährlich als der zahnlose Dackel und Wolf zusammen sind – oida!

Spenden für die 2 x 5000 Euro pro ausgebildetem Tier – einer gegen fünf wär ja ur gemein – an die Edermühle werden übrigens nur in Kombination mit einer Bürgschaft für etwaige Beißunfälle angenommen.

Ja Spotzal was glaubst denn du?

In Zeiten, wo sich Leute am Buchenberg einem Luchs mit Nachwuchs auf zwei Meter nähern, um ein Foto für Facebook zu machen, übernehm ich für ausgewachsene Blödheit sicherlich keine Haftung.

Grad des die Leut ned mit veganen Leckerlis fürn Waldwauzi bei uns umernand rennen, verstehst!

Apropos deppert – warum sind Wölfe in Zoos eigentlich hinter teils drei Meter hohen Zäunen, die bis zu nem Meter tief eingegraben sind, untergebracht?

Richtig, weils so ein Wolfselektrozaun mit 1,20 m ja auch tut – im Zoo machen die das nur zur Gaudi und weils so leiwand ausschaut.

Das Waldviertel demnächst als attraktiver Hochsicherheitstrakt – läuft.

Ausgerechnet die Leut, die völlig zurecht gegen Massentierhaltung sind, setzen sich dafür ein, dass die Freilandhaltung finanziell völlig verunmöglicht wird – Massentierhaltung für alle!

Mei was haben wir geklatscht, äh gelacht.

Natürlich kann man all das mit den jährlich 3.600 Bissunfällen von Hunden relativieren, aber dann simma wieder am Anfang von Yellowstone Pertholz – wega depperten Vergleichen warats gwesen…

Original Artikel Nächster Artikel Vorheriger Artikel